Daten zum Denken, Nachdenken und Mitdenken

Andreas Rudolf  //  

May 25 / 3:28pm

#Gefangene #schuften #für #den #Krieg -->> Rechtlich handelt es sich hierbei um #Zwangsarbeit [via Linke Zeitung]


Gefangene schuften für den Krieg

von Thomas Meyer-Falk, z.Zt. JVA-Z. 3113 -

https://linksunten.indymedia.org   

[via LINKE ZEITUNG]
 
http://www.linkezeitung.de/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=13508&Itemid=1
 

In Deutschland sind Gefangene verpflichtet zu arbeiten, sofern die zugewiesene Arbeit von ihnen körperlich geleistet werden kann. Rechtlich handelt es sich hierbei um Zwangsarbeit, wie das Grundgesetz (Artikel 12 Absatz 3) in erfreulicher Klarheit feststellt; manche arbeiten auch für den Krieg.

Schuften für die Rüstung

Die im 19. Jahrhundert erbaute Justizvollzugsanstalt Straubing (Bayern) verpflichtet schon seit langer Zeit Teile der Insassenschaft für die Firma

MTU zu arbeiten. MTU ist aktiv an der Rüstungsproduktion beteiligt und liefert Triebwerke für - wie es wörtlich heißt - "Luftfahrtgeräte der Bundeswehr", insbesondere auch den Eurofighter.

Hieran beteiligt sind, wie gesagt, auch Gefangene der JVA Straubing, wo nötig, müssen die Gefangenen dann auch an Wochenenden "Sonderschichten" (so Felix Wadewitz, "Recht und billig" in impulse, März 2012, S. 82) fahren und erhalten pro Arbeitstag einen Lohn "zwischen 8,51 Euro und 14,18 Euro" (a.a.O., S. 83).

Der Betrieb von MTU in der Haftanstalt ist ganz offiziell als "Luftfahrtbetrieb für Luftgeräte der Bundeswehr" zugelassen. Durch ihre erzwungene Mitarbeit sind also auch Gefangene eingebunden in kriegerische Konflikte. Proteste hiergegen?

Wie Betroffene aus der JVA Straubing berichten, sind die Arbeiter dort überwiegend "stolz" auf ihre "verantwortungsvolle" Tätigkeit, d.h. es existiert nicht ansatzweise ein Problembewusstsein. Hierzu mag auch beitragen, dass die Anstaltsleitung hart gegen Gefangene vorgeht, die offensiv die Arbeit verweigern: die Palette der Restriktionen reicht hin bis zur zeitweisen Isolierung der Betreffenden (z.B. durch "Arrest", der bis zu vier Wochen dauern kann).

Aktuelle Diskussion um IKEA

Nach einem schwedischen Fernsehbericht wird nun auch in Deutschland (wieder) über die Rolle des bekannten Möbelhauses IKEA diskutiert; denn IKEA hatte zu DDR-Zeiten Aufträge in die DDR vergeben und dort mussten Gefangene unter unwürdigen Bedingungen IKEA-Produkte herstellen.

Auch wenn es sich verbietet, die materiellen Haftbedingungen, die in der DDR vorherrschten, mit jenen heute in Verbindung zu bringen, so kann dennoch hinterfragt werden, welche systemischen Gemeinsamkeiten bestehen und weshalb heute zwar Kritik an der Ausbeutung der DDR-Gefangenen geübt, jedoch die Praxis in BRD-Gefängnissen nicht ansatzweise kritisch reflektiert und erst recht nicht zur Diskussion gestellt wird.

Wo kann gegen die Beteiligung der Gefangenen an der Rüstungsproduktion Protest eingelegt werden?

Richtige Ansprechpartner sind sicherlich der Vorstandsvorsitzende von MTU

Herr Egon W. Behle
Adressse von MTU: Dachauer Straße 665 D-80995 München, E-Mail:

info@mtu.de Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können ; Kontaktformular für E-Anfragen: http://www.mtu.de/de/globals/contact/index.html),

auch der Leiter der JVA Straubing
Herr Matthias Konopka ( poststelle@jva-sr.bayern.de Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können ; matthias.konopka@jva-sr.bayern.de Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können )
der, dies nur am Rande, wenn er sich mal vor Ort in den Produktionsstätten von MTU ein Bild verschaffen möchte, nach Aussagen von Augenzeugen von einem Kordon Sicherheitsbeamter umgeben ist und Anweisung erteilen lässt, dass sich "kein Inhaftierter näher als auf 10 Meter" nähern dürfe.

Aber auch die politisch verantwortliche Justizministerin Frau Beate Merk (e-mail: beate.merk@stmjv.bayern.de Diese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie sie sehen können ) ist richtige Adressatin von Protesten.

Thomas Meyer-Falk, z.Zt. JVA-Z. 3113
Schönbornstr. 32, D-76646 Bruchsal
http://www.freedom-for-thomas.de
http://www.freedomforthomas.wordpress.com



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May 25 / 12:34am

#Armut unter #Beschäftigten und #Arbeitslosen in #Deutschland #besonders #stark #gestiegen [nennt man genial innovativ]


Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung
Hans-Böckler-Stiftung, Rainer Jung, 24.05.2012 10:17

Armut unter Beschäftigten und Arbeitslosen in Deutschland besonders stark
gestiegen

Armut bei Erwerbstätigen und Arbeitslosen hat sich in Deutschland zwischen
der Einführung der Hartz-Reformen und dem Jahr 2009 stärker ausgebreitet
als in allen anderen EU-Ländern. Zu diesem Ergebnis kommt eine
Untersuchung aus dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut
(WSI) der Hans-Böckler-Stiftung auf Basis der neuesten derzeit verfügbaren
Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat.

Seit 2004 sind die Beschäftigtenzahlen in Deutschland kräftig gewachsen,
die Arbeitslosigkeit hat deutlich abgenommen. Doch die positive
Entwicklung hat eine Schattenseite, sagt WSI-Forscher Dr. Eric Seils:
"Analysiert man die soziale Lage der Erwerbsbevölkerung, dann zeigt sich,
dass die deutschen Beschäftigungserfolge mit einem hohen sozialen Preis
verbunden waren."

Der Sozialwissenschaftler hat die EU-weite Erhebung von Armutsdaten
ausgewertet, die aktuell bis zum Einkommensjahr 2009 vorliegen. 2009 waren
laut Eurostat in Deutschland 7,1 Prozent der Erwerbstätigen von
Arbeitsarmut betroffen. Das heißt, ihnen standen weniger als 60 Prozent
des mittleren bedarfsgewichteten Nettoeinkommens zur Verfügung – das ist
die gängige wissenschaftliche Armutsgrenze. In Deutschland liegt diese
Schwelle für einen Alleinstehenden bei 940 Euro im Monat.

Im Vergleich zu 2004 ist der Anteil der "Working Poor" um 2,2
Prozentpunkte gestiegen. Damit nahm die Arbeitsarmut in Deutschland,
ebenso wie in Spanien, deutlich stärker zu als in allen anderen EU-
Staaten. Im Durchschnitt der Gemeinschaft wuchs die Armutsquote unter
Erwerbstätigen nach Eurostat nur um 0,2 Prozentpunkte. Der
überdurchschnittliche Anstieg führte dazu, dass Deutschland mittlerweile
bei der Arbeitsarmut im europäischen Mittelfeld liegt. Zuvor war das
Problem in der Bundesrepublik vergleichsweise selten.

Noch weitaus drastischer stieg seit 2004 die Armutsquote unter
Arbeitslosen – um 29 Prozentpunkte. Im EU-Durchschnitt waren es nur 5
Prozentpunkte. 2009 hatten 70 Prozent der Arbeitslosen in Deutschland nur
ein Einkommen unterhalb der Armutsgrenze – 25 Prozentpunkte mehr als im
Durchschnitt der 27 EU-Staaten.

Parallel zur Ausbreitung der Arbeitsarmut in Deutschland nahm auch die
atypische Beschäftigung kräftig zu, so Seils. Verschiedene Studien zeigen,
dass befristete Jobs, Leiharbeit, Teilzeitstellen und Minijobs im
Durchschnitt schlechter bezahlt werden als so genannte
Normalarbeitsverhältnisse in Vollzeit. Auch die Zahl der Soloselbständigen
wuchs, also von Freiberuflern ohne eigene Angestellte, die ebenfalls
häufig schlecht verdienen. Allerdings reiche der Boom bei den atypischen
Beschäftigungsformen allein nicht aus, um zu erklären, warum die Zahl der
"Working Poor" so markant gewachsen ist, betont der WSI-Experte: Die Daten
zeigten, dass "die Entwicklung der Arbeitsarmut nicht durch wenige,
isolierte Beschäftigungsformen getrieben wird, sondern gleichsam die
Breite des Arbeitsmarktes erfasst hat".

Auch die hohe Armutsquote unter deutschen Arbeitslosen beruht nach Seils'
Analyse auf mehreren Faktoren. Einerseits spiegele sie teilweise die
Erholung am Arbeitsmarkt wider: Da vor allem Menschen wieder einen Job
fanden, die noch nicht so lange arbeitslos waren, stieg der Anteil der
Langzeitarbeitslosen. Die seien jedoch seit der Abschaffung der
Arbeitslosenhilfe im Zuge der Hartz-Reformen in Deutschland schlecht gegen
Armut abgesichert, erklärt der Forscher. Nach einem Jahr – einer im
Vergleich zu etlichen europäischen Nachbarländern relativ kurzen Frist –
erhalten Arbeitslose kein einkommensabhängiges Arbeitslosengeld I (ALG I)
mehr, sondern nur noch das niedrigere ALG II als Grundsicherung. Und das
reiche oft nicht mehr, um das Haushaltseinkommen über der Armutsgrenze zu
halten.

Andererseits sieht Seils einen deutlichen Zusammenhang zwischen
gewachsener Arbeits- und Arbeitslosenarmut: "Wer bereits in Beschäftigung
arm war, wird es als Arbeitsloser erst recht sein." Sei es, weil das
Einkommen so niedrig war, dass schon das ALG I unter der
Grundsicherungsgrenze liegt. Oder weil ein prekär Beschäftigter mit
unterbrochenem Erwerbsverlauf nicht lange genug am Stück beschäftigt war,
um überhaupt einen Anspruch auf die Versicherungsleistung zu haben.

Infografik zum Download im neuen Böckler Impuls 9/2012:

<www.boeckler.de/hbs_showpicture.htm?id=39828&chunk=1>

Ansprechpartner in der Hans-Böckler-Stiftung

Dr. Eric Seils
WSI
Tel.: 0211-7778-591
E-Mail:
Eric-Seils@boeckler.de

Rainer Jung
Leiter Pressestelle
Tel.: 0211-7778-150
E-Mail:
Rainer-Jung@boeckler.de

Arten der Pressemitteilung:
Forschungs- / Wissenstransfer

Sachgebiete:
Gesellschaft
Politik
Wirtschaft

Die gesamte Pressemitteilung erhalten Sie unter:
http://idw-online.de/de/news479364

Kontaktdaten zum Absender der Pressemitteilung stehen unter:
http://idw-online.de/de/institution621

--
Informationsdienst Wissenschaft e. V. - idw -
WWW:
http://idw-online.de
E-Mail: service@idw-online.de


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May 25 / 12:27am

--->>> Menstruation und Migräne [via Gynäkologische Endokrinologie]

 

Originalien

Menstruation und Migräne
Behandlung menstrueller Migräneattacken mit Rizatriptan

A. Gendolla1, 2 Contact Information

(1)  Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Essen,
(2)  Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Essen, Hufelandstraße 55, 45147  Essen

Contact Information A. Gendolla
Email: astrid.gendolla@uni-essen.de

Online publiziert: 8. Februar 2006

Zusammenfassung  Die Menstruation löst bei vielen Frauen Migräneattacken aus. Diese Attacken treten einige Tage vor, zu Beginn oder kurz nach Beginn der Blutung auf. Gerade junge, sonst gesunde Frauen, die in der Regel keine ärztliche Hilfe benötigen, wenden sich in erster Linie an ihren Gynäkologen und fragen nach den Zusammenhängen und einer guten Therapie. Im Folgenden wird über die Zusammenhänge und die Erfahrungen von Gynäkologen mit dem Triptan Rizatriptan (MAXALT®) 10 mg zur Behandlung der menstruellen Migräne unter Praxisbedingungen berichtet: 720 Patientinnen berichteten mittels Tagebuchaufzeichnungen über die Therapieergebnisse bei 2 Migräneattacken, die im Zusammenhang mit ihrer Menstruation auftraten. In dieser Studie wurden die Therapieverläufe von Patientinnen dokumentiert, von denen 85% MAXALT® 10 mg und 15% MAXALT® lingua 10 mg einnahmen. Ihre Zufriedenheit mit der medikamentösen Therapie hielten die Patientinnen in Tagebüchern fest, von denen 548 ausgewertet werden konnten. In diesen gaben über 90% der Patientinnen an, dass sie eine schnelle Wirkung verspürten, weniger in ihren üblichen Aktivitäten eingeschränkt waren und die einfache Darreichungsform schätzten. Schmerzfrei wurden ca. 80% der Patientinnen. Im Verlauf der Studie traten insgesamt 9 unerwünschte Ereignisse auf. Kein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis wurde berichtet.

Schlüsselwörter  Migräne - Menstruation - Attackenbehandlung - Triptane - Tagebuch

Menstruation and migraine
Treatment of menstrual migraine attacks with rizatriptan
Abstract  Many woman report that menstruation triggers migraine attacks. These attacks occur some days before, during or after the onset of menstruation. Young and otherwise healthy women often consult gynaecologists with this problem. We report the results of a study conducted in a primary care setting with gynaecologists treating menstrual migraine with 10 mg rizatriptan. The study included 720 patients who reported treatment of two consecutive migraine attacks occurring around the time of menstruation: 85% of the patients took rizatriptan 10 mg conventional tablets (Maxalt) and 15% used the melt wafer (Maxalt lingua). Data of 548 diaries could be evaluated. Over 90% of the patients reported a fast onset of action, improvement of disability and satisfaction with the ease of handling the medication; 80% reported being pain free. Nine adverse events were reported in this study, none of which were serious.

Keywords  Migraine - Menstrution - Teatment of acute attacks - Triptans - Diary

Migräne ist eine ldquorFrauenkrankheitldquo. Jahrhundertelang hat Frauen mit Migräne das Stigma des Neurotizismus oder der eingebildeten Krankheit (Hysterie) angehaftet. Erkenntnisse zur Genetik, Pathophysiologie und Therapie der Migräne konnten diese Vorurteile ausräumen. Migräne ist eine chronische, neurobiologische Erkrankung, die heutzutage gut therapierbar ist.

Klinik und Pathophysiologie der Migräne
Klinik

Der typische Migränekopfschmerz ist einseitig, stechend pulsierend, verschlechtert sich bewegungsabhängig und weist als fakultative Begleitsymptome Nausea, Vomitus, Photo- und Phonophobie auf [8].

Epidemiologie

Die Prävalenz der Migräne beträgt bei Männern 3–9% und bei Frauen 13–19%. Der Erkrankungsbeginn liegt hauptsächlich zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Vor der Pubertät beträgt die Häufigkeit der Migräne 4–5%, wobei es keinen geschlechtsspezifischen Unterschied gibt [8, 14, 15]. Dies zeigt die Bedeutung hormonaler Einflüsse auf die Migräne bei Frauen. Migräneattacken bei Frauen sind oft länger und intensiver.

Pathophysiologie

Kopfschmerz und Begleitsymptome

Bei der Entstehung des Migränekopfschmerzes kommt es zu einer Dilatation meningealer Blutgefäße. In den Gefäßwänden liegen C-Fasern, die dann den pulsierenden Schmerz vermitteln. Darüber hinaus kommt es zu Plasmaextravasion mit Freisetzung von proinflammatorischen und exzitatorischen Neuropeptiden (Substanz P, CGRP, VIP), die ihrerseits die Vasodilatation unterhalten. Im Tierversuch können sowohl Triptane als auch Azetylsalizylsäure, nichtsteroidale Antirheumatika und Ergotamine diese neurogene Inflammation blockieren. Bei Menschen ließ sich während einer Migräneattacke ein erhöhter Blutspiegel von CGRP (ldquorcalcitonin gene-related petideldquo) in der Jugularvene nachweisen [3]. Autonome Symptome wie Nausea und Vomitus sind der Mitbeteiligung des Hirnstamms zuzuschreiben. PET- (ldquorpositron emission tomographyldquo-)Studien weisen auf den Hirnstamm als möglichen ldquorMigränegeneratorldquo hin [19].

Aura

Die vaskuläre Hypothese ging ursprünglich davon aus, dass eine Minderperfusion der Hirnrinde zu neurologischen Ausfällen führt. Dies ist in der Zwischenzeit widerlegt. Die neurogene Hypothese postuliert eine ldquorspreading depressionldquo, bei der es nach einem kurzen Exzitationspuls zu einer Hemmung der kortikalen Aktivität kommt, die sich mit einer Geschwindigkeit von 2–6 mm/min über die Hirnrinde ausbreitet. Dieses elektrophysiologische Phänomen konnte in der Zwischenzeit mittels funktioneller Kernspintomographie und Magnetenzephalographie belegt werden [4].

Genetik

Migräne ist eine genetisch determinierte Erkrankung. Für bestimmte Untergruppen von Migräne (familiär hemiplegische Migräne) sind Erbgänge und Genloki bereits gesichert [13].

Rizatriptan ist ein oral wirksamer Serotonin- (5-HT-)Rezeptoragonist aus der Klasse der Triptane mit hoher selektiver Affinität zu humanen 5-HT1B- und 5-HT1D-Rezeptoren. An den oben genannten intrakraniellen Strukturen dominieren die von Rizatriptan selektiv aktivierten Serotoninrezeptorsubtypen 5-HT1B und 5-HT1D. Im Jahr 2002 wurden die Triptane als Mittel der 1. Wahl bei Migräneattacken in die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) aufgenommen [2].

Menstruelle Migräne

Die höchste Migräneinzidenz innerhalb des Zyklus besteht innerhalb von etwa 2 Tagen vor bis zu 2 Tagen nach Beginn der Menstruation. In diesem Zeitraum ist die Attackenhäufigkeit doppelt so hoch wie außerhalb der Periode. Die Diagnose ldquormenstruelle Migräneldquo hatte in die erste Version der Kopfschmerzklassifikation der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft (International Headache Society, IHS) keinen Eingang gefunden [12]. Weniger als 10% aller Frauen mit Migräne haben eine rein menstruelle Migräne, d. h. Migräneattacken nur zu diesem und keinem anderen Zeitpunkt im Zyklus [15]. Bei etwa 60% aller Frauen steigt jedoch die Migränehäufigkeit während der Menstruation [7].

Die Pathophysiologie der menstruellen Migräne ist weitgehend ungeklärt [15]. Der Abfall von Östrogenen fungiert als Trigger. Sommerville formulierte 3 Hypothesen, die bis heute nicht widerlegt sind:
1)  Durch den langsamen, prämenstruellen Östrogenabfall entsteht eine vulnerable Phase, in der eine Migräneattacke entstehen kann.
2)  Initial hohe Östrogenspiegel sind eine Voraussetzung zur Entstehung der menstruellen Migräneattacke.
3)  Bei kontinuierlich hohen Östrogenspiegeln kann die Migräne sistieren [14, 16, 17, 18].
Durch Östrogensubstitution und damit kontinuierlich hohen Spiegeln kann in Einzelfällen die Migräneattacke ausbleiben. Bei Frauen, die in der Menopause waren und nicht mehr an Migräne litten, konnten durch Gabe von Östrogenen Migräneattacken ausgelöst werden. Dabei fallen die Attacken zeitlich mit dem Abfall des Östrogenspiegels zusammen. Bei Frauen ohne Migräneanamnese ließ sich keine Attacke provozieren. Für die Hypothese, dass fallende Östrogenspiegel Migräneattacken triggern, sprechen Studien mit Substanzen, die den Östrogenspiegel senken, wie Danazol oder Tamoxifen [11, 14]. Bislang konnte jedoch keine schlüssige Theorie etabliert werden, die erklärt, warum Migräneattacken perimenstruell gehäuft auftreten [4, 5, 8, 10].

Therapie der menstruellen Migräne
Beobachtungsplan

Die Studie wurde als Anwendungsbeobachtung bei niedergelassenen Ärzten der Fachrichtung Gynäkologie durchgeführt. Jeder Arzt konnte den Therapieverlauf von 1–5 Patientinnen dokumentieren. Es wurden demographische Daten (Geburtsdatum, Geschlecht, Größe und Gewicht) und Daten zur Anamnese (Diagnose, Anamnese der Migräneattacken und deren Relation zum Zeitpunkt der Menstruation sowie bisherige medikamentöse und nichtmedikamentöse Behandlung) erhoben. Maximal 2 Migräneattacken sollten von den Patientinnen in Form eines ldquorTagebuchsldquo dokumentiert werden. Abgefragt wurden darin das Datum des Beginns der Migräneattacken, der Name des eingenommenen Medikaments und eine Beurteilung der medikamentösen Therapie. Zum Abschluss sollte der behandelnde Arzt Angaben zur Fortsetzung der Therapie machen und Gründe zu Fortsetzung bzw. Abbruch der Therapie nennen. Unerwünschte Arzneimittelwirkungen wurden abgefragt und auf einem gesonderten Dokumentationsbogen beschrieben.

Statistische Auswertung

Die Auswertung dieser Anwendungsbeobachtung erfolgte mit Methoden der deskriptiven Statistik.

Alle erhobenen Parameter wurden je nach Merkmalsart entweder durch eine Mittelwertsanalyse (arithmetisches Mittel, Median, Standardabweichung, Minimum und Maximum) ausgewertet oder mittels Häufigkeitsverteilung (Anzahl, Prozent) beschrieben. Insbesondere Symptome der Migräneattacken und der Therapieverlauf unter MAXALT® 10 mg (Erreichen der Schmerzfreiheit) wurden analysiert. Außerdem wurden unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Therapieabbrüche ausgewertet.

Ergebnisse
Zahl der Patientinnen
Insgesamt wurden 901 Dokumentationsunterlagen an 277 Ärzte ausgegeben; 720 (80%) wurden zurückerhalten. Von 548 Patientinnen standen auch Tagebuchinformationen zur Verfügung. Die demographischen Angaben sind in Tabelle 1 zusammengefasst.
Tabelle 1  Demographische Angaben

Mittelwert±SD

Alter (Jahre)

39,5±10,4

Gewicht [kg]

65,4±9,4

Größe [cm]

167,5±6,2

SD Standardabweichung.
Diagnose

Die Migräneerkrankung war bei den Patientinnen im Mittel seit 10,6 Jahren bekannt, bei 30,3% der Patientinnen seit 1–5 Jahren, bei 17,2% der Patientinnen seit 5–10 Jahren und bei 38,5% der Patientinnen seit mehr als 10 Jahren.

Die Migräneattacke dauerte in den 3 Monaten vor Beginn der Erhebung durchschnittlich 2 Tage, bei ca. 28% der Patientinnen bis zu 1 Tag, bei etwa der Hälfte (ca. 47%) bis zu 2 Tagen und bei ca. 20% der Patientinnen bis zu 3 Tagen. Bei ca. 4% der Patientinnen dauerte ein Migräneanfall länger als 3 Tage (meist 4 Tage).

Bei 91% der Patientinnen führten die Migräneattacken zur Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit (Tabelle 2). Etwa 19% der Patientinnen wurden während der Anfälle sogar bettlägerig.
Tabelle 2  Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit wegen Migräneattacken in den letzten 3 Monaten vor Beginn der Erfassung

Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit

n

[%]

Ja, bettlägerig

135

18,8

Ja, eingeschränkt

520

72,2

Nein

55

7,6

Keine Angabe

10

1,4

n Anzahl der Patientinnen, % Prozentsatz der Patientinnen, bezogen auf die Gesamtanzahl.

Bei der Mehrheit der Patientinnen traten die Migräneattacken entweder vor Beginn der Menstruation (ca. 45%) oder gleichzeitig mit Beginn der Menstruation (ca. 41%) auf. Nur eine geringe Anzahl Patientinnen (ca. 8%) dokumentierte Migräneattacken nach Beginn der Menstruation. Die Migräneattacken mit Beginn vor Eintritt der Menstruation verteilten sich wie folgt: Etwa 27% begannen 1 Tag, ca. 24% 2 Tage und 9% 3 Tage vor Menstruationsbeginn. Die Migräneattacken mit Beginn nach Menstruationseintritt verteilten sich wie folgt: Etwa 19% begannen 1 Tag, ca. 12% 2 Tage und ca. 16% 3 Tage nach Menstruationsbeginn.

Bisherige Therapie

Der größte Teil der Patientinnen (ca. 76%) behandelte Migräneattacken vor Erhebungsbeginn medikamentös, davon ca. 69% mit Analgetika/nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) und ca. 16% mit Triptanen. Eine nichtmedikamentöse Behandlung ihrer Migräne gab ca. ein Viertel der Patientinnen an.

Darreichungsform

Über vier Fünftel der Patientinnen verwendeten Rizatriptan in Form von MAXALT® 10 mg, während 14,9% MAXALT® lingua 10 mg einsetzten.

Wirksamkeit

Die Wirksamkeit der Therapie mit Rizatriptan wurde den Tagebuchinformationen entnommen. Dazu konnten die Tagebuchinformationen von ca. 540 Patientinnen mit 1053 Migräneattacken ausgewertet werden. Der mittlere Abstand zwischen 2 Migräneanfällen betrug etwa 36 Tage. Bei mehr als der Hälfte der Patientinnen trat die 2. dokumentierte Migräneattacke innerhalb von 3–5 Wochen nach der 1. Attacke auf.

Bei der Beurteilung der medikamentösen Behandlung gaben über 90% der Patientinnen an, dass sie eine schnelle Wirkung verspürten, weniger in ihren üblichen Aktivitäten eingeschränkt waren und die einfache Darreichungsform schätzten. Schmerzfrei durch die medikamentöse Behandlung wurden ca. 80% der Patientinnen, während dies bei etwa 16% nicht der Fall war (Abb. 1).
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Abb. 1  Beurteilung der medikamentösen Behandlung, n=548 (alle Patientinnen mit Tagebuch)

Die positive Beurteilung der Migränetherapie mit Rizatriptan spiegelt sich auch in den Antworten der Patientinnen auf die Frage nach der bevorzugten Behandlung wider. Fast zwei Drittel bevorzugten diese medikamentöse Behandlung (Abb. 2).
MediaObjects/s10304-006-0137-xfmc2.gif
Abb. 2  Bevorzugte medikamentöse Behandlung
Fortsetzung der Therapie

Bei der überwiegenden Mehrheit der Patientinnen wurde die Therapie mit Rizatriptan (MAXALT® 10 mg bzw. MAXALT® lingua 10 mg) am Ende der Erhebung fortgesetzt (über 90%). Nur etwa 7% setzen die Therapie nicht fort.

Verträglichkeit

Insgesamt wurden während der Erhebung 9 unerwünschte Ereignisse bei 4 Patientinnen dokumentiert (0,56% aller Patientinnen). Es wurde kein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis berichtet.

Fazit für die Praxis

Migräne ist eine Erkrankung, deren Neuerkrankungsgipfel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr liegt. Dies ist üblicherweise der Zeitraum, in dem die ansonsten oft gesunden Frauen zwar einen Gynäkologen, aber keinen Hausarzt konsultieren. Daher ist es wichtig, dass Migräne beim Gynäkologen diagnostiziert und auch behandelt werden kann, um Patientinnen unnötiges Martyrium durch falsche Attribution zu ersparen (ldquorimmer wenn ich meine Regel habe, werde ich aggressiv und dann bekomme ich Kopfschmerzenldquo). Die vorliegende Anwendungsbeobachtung belegt, dass Triptane, in diesem Fall Rizatriptan (Maxalt® 10 mg), sich zur Therapie der menstruellen Migräne gut eignen. Bei allen theoretischen Überlegungen zum wissenschaftlichen Wert von Anwendungsbeobachtungen zeigt sich auf dem Gebiet der Migräne zunehmend, dass die Beurteilung durch den Patienten selber ein bevorzugter Wirkungsparameter ist. Die Migränetherapie mit Triptanen ist wirksam und Erfolg versprechend und ermöglicht den Patientinnen, ihre Erkrankung eigenständig zu behandeln, was den Weg in Praxen und Notfallambulanzen aufgrund einer Migräneattacke unnötig macht.

Empfohlene Literatur

Diener HC (2003) Kopfschmerzen. Thieme, Stuttgart

Diener HC (2002) Kopf- und Gesichtsschmerzen. Thieme, Stuttgart New York

Diener HC (2002) Migräne — Ein Buch mit sieben Siegeln? 100 Fragen und 100 Antworten, 3. Aufl. Thieme, Stuttgart

Interessenkonflikt:   Es besteht kein Interessenkonflikt. Der korrespondierende Autor versichert, dass keine Verbindungen mit einer Firma, deren Produkt in dem Artikel genannt ist, oder einer Firma, die ein Konkurrenzprodukt vertreibt, bestehen. Die Präsentation des Themas ist unabhängig und die Darstellung der Inhalte produktneutral.

Literatur

1. De Lignieres B, Vincens M, Mauvais-Jarvis (1986) Prevention of menstrual migraine by percutaneous oestradiol. BMJ 293:1540
PubMed
 
2. Diener HC, Hacke W für die Kommission ldquorLeitlinienldquo der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (2003) Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie, 2. Aufl. Georg Thieme, Stuttgart New York
 
3. Goadsby PJ, Edvinsson L, Ekmann R (1990) Vasoactive peptide release in the extracerebral circulation of humans during migraine headache. Ann Neurol 28:183–187
 
4. Goadsby PJ, Lipton RB, Ferrari MD (2003) Migraine — current understanding and treatment. N Engl J Med 346:257–270
CrossRef
 
5. Herzog AG (1997) Continuous bromocriptine therapy in menstrual migraine. Neurology 48:101–102
PubMed
 
6. Kopfschmerzklassifikationskomitee der International Headache Society (2003) Die Internationale Klassifikation von Kopfschmerzerkrankungen, 2. Aufl. Nervenheilkunde 22:546–561
 
7. Kornstein SG, Parker AJ (1997) Menstrual migraines: etiology, treatment, and relationship to premenstrual syndrome. Curr Opin Obstet Gynecol 9:154–159
PubMed
 
8. Mac Gregor EA (1997) Menstruation, sex hormones, and migraine. Neurol Clin 15:125–141
 
9. Mac Gregor EA (1999) Effects of oral and transdermal estrogen replacement on migraine. Cephalagia 19:124–125
CrossRef
 
10. Marcus DA (1995) Interrelationship of neurochemicals, estrogen, and recurring headache. Pain 62:129–139
 
11. OrsquoDea JPK, Davis EH (1990) Tamoxifen in the treatment of menstrual migraine. Neurology 40:1470–1471
PubMed
 
12. Olesen J, Bes A, Kunkel R et al. (1988) Classification and diagnostic criteria for headache disorders, cranial neuralgias and facial pain, 1st edn. Cephalagia 8 [Suppl 7]:19–28
 
13. Ophoff RA, Terwindt GM, Vergouve MN et al. (1996) Familial hemiplegic migraine and episodic ataxia type-2 are caused by the mutations in the Ca2+ channel gene CACNL1A4. Cell 87:543–552
 
14. Silberstein SD (1992) The role of sex hormones in headache. Neurology 42 [Suppl 2]:37–42
 
15. Silberstein SD, Massiou H, Le Jeunne C et al. (2000) Rizatriptan in the treatment of menstrual migraine. Obstet Gynecol 96:237–242
 
16. Sommerville BW (1972) The role of estradiol withdrawal in the etiology of menstrual migraine. Neurology 22:355–365
PubMed
 
17. Sommerville BW (1975) Estrogen-withdrawal migraine I. Duration of exposure required and attempted prophylaxis by premenstrual estrogen administration. Neurology 25:239–244
PubMed
 
18. Sommerville BW (1975) Estrogen-withdrawal migraine II. Attempted prophylaxis by continuous estradiol administration. Neurology 25:245–250
PubMed
 
19. Weiller C, May A, Limmroth V et al. (1995) Brain stem activation in spontaneous human migraine attacks. Nature Med 1:658–660
 
Gynäkologische Endokrinologie
© Springer Medizin Verlag 2006
10.1007/s10304-006-0137-x


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May 25 / 12:13am

-->> Ärzte sind für den Erhalt der Privatkassen [Münsterländische Tageszeitung]

 
Ärzte sind für den Erhalt der Privatkassen
[Münsterländische Tageszeitung v. 21.05.2012 - Seite 1]
Arzte_privatkassen_muensterlae


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May 24 / 11:36pm

Wie Politiker in der Krise wieder den Banken folgen und die Bürger verlieren in #MONITOR seit 23:30 Uhr auf #tagesschau24

 

MONITOR

 
Sendung am 24.05.2012
um 21:45 Uhr
im Ersten [ARD]
 
http://www.wdr.de/tv/monitor/
 
 
Die Themem:
 

 

Nokia in Bochum, Rumänien, Indien
Die Schattenseiten des Wanderkapitalismus

 

Die Jagd nach Patienten:
Werden immer mehr Menschen unnötig operiert?

 

Den Euro retten, die Demokratie ruinieren?
Wie Politiker in der Krise wieder den Banken folgen und die Bürger verlieren

 

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May 24 / 4:58pm

Wie Politiker in der Krise wieder den Banken folgen und die Bürger verlieren mehr in #MONITORE um 21:45 Uhr im #Ersten


MONITOR

 
Sendung am 24.05.2012
um 21:45 Uhr
im Ersten [ARD]
 
http://www.wdr.de/tv/monitor/
 
 
Die Themem:
 

 

Nokia in Bochum, Rumänien, Indien
Die Schattenseiten des Wanderkapitalismus

 

Die Jagd nach Patienten:
Werden immer mehr Menschen unnötig operiert?

 

Den Euro retten, die Demokratie ruinieren?
Wie Politiker in der Krise wieder den Banken folgen und die Bürger verlieren

 

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May 24 / 4:50pm

Immer mehr Niedriglöhner: Schlecht bezahlt und lange Arbeitszeiten [nennt man #genial #innovativ #medial usw...]


global news 2681 23-05-12:

Immer mehr Niedriglöhner: Schlecht bezahlt und lange Arbeitszeiten

[via jjahnke.net]

 


Die Zahl der Niedriglöhner in Deutschland stieg von 5,6 Millionen 1995 auf 7,9 Millionen 2010 (Abb. 17249). Der Anteil erhöhte sich auf über 22 % (Abb. 17250).

Als Geringverdiener gelten Arbeitnehmer, die weniger als zwei Drittel des mittleren Stundenlohns erhalten. 2010 lag die Schwelle bei 9,26 Euro brutto. Mehr als die Hälfte hat nach einer neuen Studie des DIW eine Tätigkeit ausgeübt, für die eine Lehre oder ein Hochschulabschluss nötig sei. Zu diesen Beschäftigten gehörten etwa Verkäufer, Arzthelfer, Bäcker, Berufe im Gastgewerbe, Friseure und Pflegekräfte. Lediglich jeder Achte erhält zusätzlich zu seinem Gehalt Arbeitslosengeld II, weil die Menschen oft in Haushalten leben, in denen es weitere Erwerbstätige gibt. Andere beziehen zusätzlich eine Rente oder Bafög.

Nach der Studie des DIW, für die die Daten des Sozioökonomischen Panels ausgewertet wurden, arbeiten Geringverdiener mit Vollzeitjob im Durchschnitt 45 Wochenstunden und damit zwei Stunden mehr als alle anderen Vollzeitkräfte. Jeder vierte Geringverdiener mit Vollzeitjob arbeitet in der Regel wöchentlich sogar 50 Stunden und mehr. So lange Arbeitszeiten wie bei den Niedriglöhnern gibt es ansonsten nur am oberen Ende der Einkommensskala, also bei Gutverdienern in Vollzeit. Insgesamt arbeiten fast 900 000 Geringverdiener mindestens 50 Wochenstunden. Als Beispiele werden Kraftfahrer, Lagerarbeiter und Beschäftigte im Gastgewerbe genannt.

Dies ist nach Ansicht des DIW nicht nur ein sozialpolitisches Problem, sondern die Beschäftigten riskierten auch gesundheitliche Beeinträchtigungen. Nach Arbeitszeitgesetz darf die Wochenarbeitszeit dauerhaft nicht länger als 48 Stunden sein. In einem Papier der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin heißt es:

"Die Diskussion orientiert sich oft ausschließlich an wirtschaftlichen Kriterien, ohne dabei gesundheitliche Effekte für die Beschäftigten zu berücksichtigen. Dabei ist bekannt, daß die gesundheitlichen Beeinträchtigungen parallel zur Dauer der Arbeitszeit zunehmen. Diese Erkenntnis kann als abgesichert betrachtet werden. So haben Menschen mit langen Arbeitszeiten öfter Schlafstörungen, Rückenschmerzen und Herzbeschwerden. Dies zeigen deutsche und europäische Erhebungen. Auch die Unfallgefahr steigt. Wahrscheinlich begünstigen lange Arbeitszeiten weiterhin gesundheitsschädliche Verhaltensweisen wie den Konsum von Genussmitteln (Alkohol, Zigaretten) sowie eine ungesunde Gewichtszunahme durch falsche Ernährung und mangelnde Bewegung."



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May 23 / 2:17pm

Stadt lehnt Verkauf der Wohnstadt ab [via documenta-Stadt Kassel] #Daseinsvorsorge


Pressemitteilung von Mittwoch, 23. Mai 2012
documenta-Stadt Kassel

Stadt lehnt Verkauf der Wohnstadt ab

Einen Verkauf der landeseigenen Nassauischen Heimstätte und damit der Wohnstadt lehnt die Stadt Kassel nach wie vor ab. Dies erklärte jetzt Oberbürgermeister Bertram Hilgen im städtischen Pressedienst. Nach der Überzeugung der Stadt gehöre es zur Daseinsvorsorge, für die Einwohnerinnen und Einwohner eines Landes mit einem angemessenen Bestand an Wohnungen in öffentlichem Eigentum negative Auswüchse auf dem privaten Wohnungsmarkt auszugleichen. Gerade in Zeiten erhöhter Nachfrage, so Hilgen weiter, wirke dies dämpfend auf Mietsteigerungen. aus diesem Grund seien die aktuellen Pläne des Landes Hessen zum Verkauf der Wohnungsgesellschaft "kontraproduktiv und zu kritisieren".

Seit 1999 habe es immer wieder Versuche gegeben, den landeseigenen Wohnungsbestand zu privatisieren. Diesmal treffe die Absicht des Landes die Nassauische Heimstätte und damit auch die Wohnstadt, die ihren Wohnbestand im Wesentlichen in Nordhessen habe. Der Oberbürgermeister machte deutlich, mit ihrer ablehnenden Haltung stehe die Stadt nicht allein, auch die Stadt Frankfurt wende sich gegen die falsche Entscheidung der Landesregierung.

Im Übrigen halte die Stadt Kassel an ihrer städtischen Wohnungsgesellschaft GWG fest, deren Wohnungen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern sehr begehrt seien. Schritt für Schritt würden die Wohnungen der städtischen Gesellschaft energetisch und baulich saniert, meinte Hilgen.


Kontaktdaten:
Stadt Kassel
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Rathaus / Obere Königsstraße 8
34112 Kassel

Telefon: 0561 / 787-1231 oder 0561 / 787-1232
Telefax: 0561 / 787-87
E-Mail:  presse@stadt-kassel.de

Pressesprecher Hans-Jürgen Schweinsberg
Pressesprecherin Petra Bohnenkamp

Kassel und die Region im Internet: www.kassel.de
Die Stadtverwaltung im Internet: www.stadt-kassel.de



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May 20 / 11:23am

Die #Grenze #verläuft #nicht# zwischen #den #Völkern, #sondern #zwischen #oben #und #unten" [via Neue Rheinische Zeitung]

 
Krisenverschärfende Politik gegen die Interessen der Mehrheit in Europa
Rettungsringe aus Blei

Von Gregor Gysi und Alexis Tsipras

[via Neue Rheinische Zeitung]

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=16719

 

"Die Grenze verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten" heißt es im ersten Satz einer gemeinsamen Erklärung von Gregor Gysi, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, und Alexis Tsipras, Vorsitzender der SYNASPISMOS-Fraktion, der Linken im griechischen Parlament, zur Euro-Krise. Wir veröffentlichen sie hier aktuell. – Die Redaktion

1. Wieder versprechen die Herrschenden in Europa, das nächste Kreditpaket für Griechenland rette die Wirtschafts- und Währungsunion. Doch kaum einer glaubt ihnen dies mehr. Merkel und Sarkozy werden am Nasenring durch die Kapitalmärkte geführt. Rettung gibt es nur für Banken und Versicherungen. Die Bevölkerung in Griechenland, Irland, Portugal ist die Leidtragende. Um die griechischen Banken zu retten und Ansprüche deutscher und anderer Investoren zu bedienen, erhält die Papandreou-Regierung skandalös hoch verzinste Kredite, die von deutschen und europäischen Steuerzahler/innen aufgebracht werden. Zugleich leidet die griechische Bevölkerung unter den Konsequenzen der aufeinander folgenden Troika-Memoranden und Kürzungsprogramme. Die Troika aus EU-Kommission, IWF und EZB - im Einklang mit den Akteuren des griechischen und internationalen Kapitals - verlangt einen regelrechten Ausverkauf des Staates. Bisher erwies sich die griechische Regierung mehr als bereitwillig darin, alle strategischen öffentlichen Eigentümer und Dienstleistungen zu privatisieren.

2. Mit dem Euro-Plus-Pakt, der Einrichtung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und dem wirtschaftsliberalen Gesetzespaket der Europäischen Kommission zur Europäischen Wirtschaftsregierung wird zudem, um die Finanzmärkte zu beruhigen, der größte Angriff seit Jahrzehnten auf die Beschäftigten, Erwerbslosen, Rentner und Studierenden vorangetrieben. Diese Maßnahmen gefährden die hart erkämpften Rechte von Gewerkschaften in Europa.

3. Die angebliche Rettung des Euro soll auf dem Rücken der Bevölkerungsmehrheit in Europa vorangetrieben werden. Nach einem Jahr von Memoranden der Troika und sogenannten "Nationalen Stabilisierungsprogrammen" in einer Reihe von EU-Mitgliedstaaten ist klar erwiesen, dass nicht "Stabilisierung", sondern die Austeritätsprogramme selbst das Ziel sind und die Forderungen zum Erhalt der Arbeitnehmer/innen-Rechte zum Schweigen gebracht werden sollen. Diese Politik wird zur Demontage des Euro führen. Denn die so genannten Hilfspakete helfen nicht den betroffenen Ländern, schon gar nicht der dortigen Bevölkerung, sie helfen den europäischen Privatbanken und Finanzinvestoren. Denn sie sind es, die die Staatsanleihen der Krisenstaaten halten und sich an den steigenden Zinsen eine goldene Nase verdienen - obwohl genau sie die hohe Staatsverschuldung durch die Finanzkrise maßgeblich verursacht haben.

4. Die sogenannten "Hilfszahlungen" sind Rettungsringe aus Blei. Die mit ihnen verbundenen Kürzungsprogramme sind nicht nur sozial fatal, sie drücken auch die Wirtschaft der betroffenen Länder unter Wasser, was eine höhere Verschuldung verursacht und einen Bankrott immer wahrscheinlicher macht. Das Beispiel Griechenland zeigt dies ganz deutlich: Nach Angaben der OECD hat kein anderes Industrieland jemals innerhalb von 12 Monaten so viel gespart wie Griechenland - doch die Gesamtverschuldung ist explodiert. Nun soll noch mehr von der gleichen Medizin verabreicht werden, noch mehr Einsparungen im sozialen Bereich, noch mehr Liberalisierung und Deregulierung, die Verschleuderung von Staatseigentum soll sogar durch eine "unabhängige" Privatisierungsagentur durchgesetzt werden. Betroffen hiervon ist in erster Linie die griechische Bevölkerung, während die deutschen Konzerne von den Marktöffnungen und Privatisierungen profitieren. Geht das Ganze schief, haftet in Deutschland letztlich der Steuerzahler.

5. Die Ursache liegt auch in einer brutalen Niedriglohnpolitik in Deutschland, wie sie von der rot-grünen Regierung angefangen mit den Projekten Hartz IV, Agenda 2010 und Rente mit 67 in den letzten Jahren auf die Schiene gesetzt wurde. Auch in Griechenland wurden die Reichen immer weniger, die mittleren und unteren Einkommensgruppen immer mehr besteuert. Die massive Umverteilung von unten nach oben ist die wirkliche Ursache für die Krise. Ohne diese Umverteilung zu stoppen und umzukehren, wird es keine dauerhafte Lösung geben.

6. Mit dieser Politik muss endlich Schluss sein! Wir brauchen einen radikalen Neuanfang in Europa, angefangen mit einer vollständigen Revision der europäischen Verträge, deren neoliberale Bestimmungen sich gerade in der Krise als verheerend erwiesen haben. Ohne europäische Kredite von öffentlichen Banken sowie die Ausgabe von Eurobonds durch die EZB, die verschuldete Staaten vor Strafzinsen der Kapitalmärkte schützt, und einem anschließenden weit reichenden Schuldenschnitt unter wirksamer und verpflichtender Beteiligung der privaten Gläubiger, ohne die Besteuerung von Finanztransaktionen und die Erhebung einer europaweiten Steuer für Einkommensmillionäre, werden Länder, wie Griechenland, Irland, Portugal, Spanien, Belgien und Italien regelrecht in den Abgrund gezogen werden.

7. Wir fordern eine radikale Umkehr von der bisherigen krisenverschärfenden Politik, welche den Interessen der Bevölkerungsmehrheit in Europa entgegen steht. Als konkrete Sofortmaßnahmen fordern wir die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, die Gründung einer Bank für öffentliche Anleihen. Entscheidend ist zudem die Auflage eines umfassenden sozial-ökologischen Investitionsprogramms für Europa.

8. Wir fordern ebenso ein Ende der rassistischen Hetzkampagne gegen die "faulen Südländer", statt dessen müssen die wahren Verursacher und Profiteure der Krise endlich zur Kasse gebeten werden, unter anderem durch eine echte Bankenabgabe und eine EU-weite einmalige Vermögensabgabe.

9. Notwendig ist aber insbesondere eine Umkehr der deutschen Politik: Durch die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns und eine sanktionsfreie Grundsicherung statt Hartz IV muss die Binnennachfrage gestärkt werden. Dies wäre ein sinnvoller deutscher Beitrag zur Lösung der Krise und würde die europäische Politik endlich mehr an den Interessen der Beschäftigten und der Bevölkerungsmehrheit ausrichten, anstatt diese gegeneinander auszuspielen.

10. Wer will, dass es so weiter geht in Europa wie bisher, arbeitet am Untergang nicht nur der Eurozone, sondern der Europäischen Union. Nationalistische und euronationalistische Appelle, wie jüngst von den EU-Fraktionsvorsitzenden von Konservativen, Sozialdemokraten und Liberalen vorgetragen, sind Teil des Problems nicht seiner Lösung. Wir brauchen einen radikalen Neuanfang in Europa, in Deutschland und in Griechenland. Europa wird sozial werden, oder es wird nicht sein! (PK)

Online-Flyer Nr. 309  vom 07.07.2011



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May 19 / 5:25pm

Salzburger Stier 2012 - Meister Yodas Ende von und mit Georg Schramm gleich um 16:05 Uhr auf #wdr5 [Radio]


Unterhaltung am Wochenende

[via wdr5.de]
 
http://www.wdr5.de/sendungen/unterhaltung-am-w/s/d/19.05.2012-16.05.html

Salzburger Stier 2012 - Meister Yodas Ende von und mit Georg Schramm

 


Er ist einer der besten deutschen Kabarettisten: Gemein, hochintelligent und in seiner Analyse ungeschlagen, ein großartiger Schauspieler ohnehin: Georg Schramm. Zum Auftakt der Preisverleihung des Salzburger Stiers 2012 bestreitet Georg Schramm die Gala und spielt sein aktuelles Programm: Meister Yodas Ende. WDR 5 sendet den kompletten Mitschnitt in der Unterhaltung am Wochenende - ein wahres Kabarettfest.

Die Handlung: Lothar Dombrowski ist aus der Anstalt ausgebrochen. Es gilt eine Botschaft unter die Menschen zu bringen. Ein Satz aus Schillers "Wallensteins Tod" hat ihn aufbrechen lassen. Der letzte Satz, bevor Wallenstein in die Schlacht zieht: "Komm, lass die Sterne, Seni, der Morgen naht und Mars regiert die Stunde." Was folgt ist ein gnadenloses Kabarettschauspiel.


Der renommierte Radio-Preis "Salzburger Stier" wird am 12. Mai im Großen Sendesaal des SR-Funkhauses in Saarbrücken von den Rundfunkanstalten der ARD, dem Schweizer Radio DRS, dem Sender RAI Bozen und dem ORF verliehen.

(Aufnahme vom 11.5.2012 aus dem großen Sendesaal des Funkhauses Halberg in Saarbrücken)
Eine Co-Produktion von ARD, ORF, DRS und RAI Bozen

Redaktion:

Anja Iven


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